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🎯 TestLeseverstehen - Modelltest 2Deo 1 / 5

Sie lesen in einem Forum, wie Menschen über Freizeitverhalten denken. Auf welche der vier Personen treffen die einzelnen Aussagen zu? Die Personen können mehrmals gewählt werden.

a Jens
Für mich ist Freizeit sehr wichtig. Wahrscheinlich wie für jeden. Das Problem bei vielen Debatten über Freizeit ist ja, dass jeder oft etwas anderes darunter versteht. Für die meisten bedeutet Freizeit arbeitsfrei, also frei haben vom Beruf. Aber greift diese Umschreibung nicht zu kurz? Wenn ich zum Beispiel von der Arbeit frei habe, bedeutet das nicht, dass ich in meiner arbeitsfreien Zeit keine anderen Verpflichtungen hätte, und damit meine ich nicht nur die Hausarbeit, sondern auch feststehende Termine für Hobbys, Sport, Treffen mit Freunden. Für mich bedeutet Freizeit die Anzahl der wirklich freien Stunden, die einem zur Verfügung stehen. Stunden, in denen man sich nichts vornimmt. Ich bleibe zum Beispiel am liebsten in meinen vier Wänden, ohne mir etwas vorzunehmen, auch wenn viele meiner Freunde das überhaupt nicht verstehen. Sie denken, ich würde meine Freizeit verschlafen. Na und?

b Ivanka
Die Diskussionen über Freizeit und Freizeitgestaltung sind schon sehr sinnvoll, denn sie können dazu führen, über das eigene Leben nachzudenken. Freizeit bedeutet für mich der Zeitraum, in dem ich selbst über mein Leben bestimmen kann, im Gegensatz zur Erwerbsarbeit, die fremdbestimmt ist. Dabei spielt es für mich keine Rolle, ob ich in meiner Freizeit wirklich viel freie Zeit habe oder nicht, entscheidend ist, dass ich ohne Einflüsse von außen meinen Interessen nachgehen kann. Das ist zwar eine etwas idealtypische Vorstellung in einer Zeit, in der der gesamte Freizeitbereich immer mehr vermarktet wird und ein organisiertes Event das andere jagt, aber ich kann einfach nicht verstehen, wie man Einkaufen - verbunden mit irgendwelchen Events in Einkaufszentren - als Freizeitspaß verkaufen kann. Ich finde diese Veranstaltungen nervend, außerdem wird einem das Geld aus der Tasche gezogen. Nicht mit mir! Vielleicht hat man einfach nur verlernt, ohne Einflüsse von außen seine freie Zeit zu verbringen.

c Manuel
Der Duden bezeichnet Freizeit als Zeit, in der man nicht arbeiten muss, keine besonderen Verpflichtungen hat. Es folgen dann Wortzusammensetzungen wie Freizeitangebot, Freizeitindustrie, Freizeitvergnügen, außer auch Freizeitstress. Und da wären wir beim Punkt. Aus Angst, etwas zu versäumen - hat man doch schon die meiste Zeit seines Lebens für die Berufsarbeit geopfert - entwickeln wir allzu schnell ein ausgedehntes Freizeitprogramm, Aktivitäten von früh bis spät, Sport, Kino, Konzerte, Kurzreisen. Ich habe längere Zeit mit dieser Art von Freizeitstress gelebt. Aber eigentlich habe ich nichts anderes getan, als meine Freizeit genauso wie meinen Beruf zu managen. Irgendwann konnte ich vor Erschöpfung nicht mehr arbeiten und funktionieren und bekam schwere Herz- und Kreislaufprobleme. Heute lerne ich die Wichtigkeit von Phasen wirklicher Ruhe und Nichtstun zu schätzen. Das ist nicht einfach, aber es gelingt mir immer besser.

d Lena
Für mich bedeutet Freizeit natürlich die freien Stunden, die ich habe. Auch wenn diese freien Stunden durch Aktivitäten voll ausgefüllt sind, bleibt das für mich Freizeit. Wichtig ist, dass ich mich wohlfühle bei dem, was ich tue, auch wenn das manchmal stressig ist. Und ich führe seit Kurzem ein Freizeittagebuch. Klingt etwas seltsam, aber hat seinen Sinn. Da schreibe ich auf, welchen Aktivitäten ich nachgegangen bin, aber auch, worauf ich verzichtet habe und was ich gerne hätte machen wollen. Mit wem habe ich etwas unternommen, wen habe ich versäumt zu treffen? Und so weiter. Und auch, was hat mir keinen Spaß gemacht, was nicht gut funktioniert? So kann ich mein Freizeitprogramm immer verbessern. Klar kann ich auch mal ein paar Tage nichts tun und am Strand liegen. Nach einiger Zeit langweilt mich das aber. Ich brauche Sport und Aktivitäten, um mich wohlzufühlen.

Aufgabe 1 - Wer hat sein Freizeitverhalten verändert?
Aufgabe 2 - Wer hat wenige Probleme mit Freizeitstress?
Aufgabe 3 - Wer vermisst eine klare Definition, was Freizeit eigentlich ist?
Aufgabe 4 - Wer kann sich ein längeres Nichtstun nicht vorstellen?
Aufgabe 5 - Wen stört das kommerzielle Interesse der Freizeitindustrie?
Aufgabe 6 - Für wen kann Nichtstun auch ein Mittel zur Heilung bedeuten?
Aufgabe 7 - Für wen ist die Menge der arbeitsfreien Stunden nicht entscheidend?
Aufgabe 8 - Für wen ist eine Analyse des Freizeitverhaltens wichtig?
Aufgabe 9 - Wer denkt, dass viele Menschen nicht mehr in der Lage sind, ihre Freizeit autonom zu gestalten?